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September-Sommer-Wehmut

Tja, da ist er nun – der Abschiedsschmerz vom Sommer, die vorwinterliche Verstimmtheit. Morgens Nebel, tagsüber tristgraues Schmuddelwetter und abends ist es früher dunkel. Ich finde den September, wenn er sich wettertechnisch so ungnädig zeigt wie in diesem Jahr, wirklich abscheulich. Den Garten winterfest machen zu müssen, die dicken Jacken rauskramen, sich Gedanken über Matschhosen und Gummistiefel zu machen, und zu wissen, dass in drei Monaten schon wieder Weihnachten ist – das zeigt mir immer wieder, wie schnell das Jahr vorbeizieht und wie wenig von dem, was man sich im Februar, “wenns erstmal wieder schöner wird”, alles vorgenommen hat, umgesetzt wurde. Dann ärgere ich mich, dass ich auch in diesem Jahr nicht einmal auf der Liege im Garten ein Buch gelesen habe oder im Freibad war. Dass ich meine Sandaletten nicht oft genug getragen habe und immer noch keine neue Übergangsjacke habe. Ich fange sogar schon an, mich zu ärgern, dass ich Anfang des Jahres nicht die reduzierte Weihnachts- und Winterdekoration vom letzten Jahr in den Nippeslädchen mitgenommen habe. Als wenn es eine Überraschung wäre, dass nach Sommer Herbst und dann Winter kommt.

Aber vielleicht kann ich mir ja nun vornehmen, die schönen Seiten des beginnenden Herbstes zu sehen. Angefangen hat meine Herbstsentimentalität übrigens damit, dass ich entdeckt habe, dass der Ilex schon Beeren trägt – mein Fundstück der Woche!

Als dann noch kurz die Sonne schien, schon so sanft golden – das muss ich ja zugeben – fand ich den Herbst für kurze Zeit tatsächlich schön! Und dann kam auch ein wenig die Vorfreude auf heiße Schokolade und süße Tees, Kerzen, Loops nähen, Weihnachtsideen überlegen, Kastanien sammeln (kennt ihr diese kleinen Kastanienbohrer mit diesen Minischraubzwingen? Bringt man sich damit um oder schafft man das auch mit zwei linken Händen?) und Blätter trocknen. Der Tochter vermutlich erklären müssen, dass auch wenn die Blätter abfallen, im nächsten Jahr schon wieder neue wachsen. Drachen steigen lassen, in Pfützen hüpfen, Laterne basteln…..
Was sind eure ersten Gedanken, wenn ihr bei Schmuddelwetter nach draußen guckt und hofft, dass der goldene Herbst uns nochmal ein wenig das Gemüt erwärmt?

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Auf dem Wochenmarkt in Oldenburg

Heute nehme ich euch mit auf meinen Lieblings-Wochenmarkt in Oldenburg.

Ich hatte euch neulich schonmal erzählt, dass ich eine Fototour durch Oldenburg gemacht habe. Und nachdem ich so ausführlich über mein Berlin geschrieben hatte, möchte ich euch nun mein Oldenburg nicht vorenthalten.

Es hat etwas Besonderes, der erste Kunde auf dem Wochenmarkt zu sein, samstags morgens um kurz vor 7 Uhr in der Oldenburger Innenstadt. Geschäftige Händler wuseln herum, die letzten Anhänger werden rangiert, die Ware eingeräumt, ein Plausch mit dem Standnachbarn gehalten und sich auf einen anstrengenden Tag vorbereitet. Mitarbeiter eingewiesen, Schürzen gebunden und Karotten geputzt.
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Gesäumt von der Lamberti-Kirche und dem alten Rathaus ist der Wochenmarkt samstag zwischen 7 und 15 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags in der Zeit zwischen 7 und 14:30 Uhr. Ganz klassisch werden Obst, Gemüse, Käse, Fleisch, Blumen, Gewürze und Tees verkauft, hauptsächlich von regionalen Erzeugern und ortsansässigen Händlern. Aber auch ein kleines Markt-Café gibt es.
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Das ist mein Lielingsstand. Lavendel, Oliven, Feta, Öle, Knoblauch und Ciabatta in dutzend verschiedenen Arten, diese tollen Holzfässer und immer freundliche Bedienung.

Als ich so über den Markt schlenderte und viele ältere Damen und auch viele Familien mit kleinen Kindern sah, überlegte ich, dass nicht schon das Einkaufserlebnis etwas ganz Spezielles ist. Nette Händler, ein wenig feilschen und ja, irgendwie hat man das Gefühl, einen anderen Bezug zu dem Obst und Gemüse zu kriegen, als wenn man es fertig abgepackt im Supermarkt kauft. Wenn ich das Obst dann in Papiertüten statt in Plastikschalen nach hause trage, dann hab ich einmal mehr das Gefühl, ein wenig Gutes zu tun.

Geht ihr auf die Wochenmärkte? Ich finde es so spannend, andere Leute zu beobachten und mich zu fragen, was sie aus all den teils speziellen Zutaten so zaubern werden in ihrer Küche!

Habt einen schönen Sonntag und denkt dran: wählen nicht vergessen!